Marketing-Erfolg messen für KMU: einfache KPIs, klares Reporting, bessere Entscheidungen


Warum überhaupt messen?
Womöglich gibt es 1000 Gründe zu messen. Hier mal drei vorweg. Erstens willst du wissen, welche Massnahmen wirklich Anfragen bringen. Zweitens willst du Budget dorthin verschieben, wo es sich lohnt. Drittens willst du Entscheidungen treffen, die du auch in drei Monaten noch nachvollziehen kannst – statt nach Bauchgefühl zwischen „mehr posten“ und „wir brauchen eine neue Website“ hin und her zu pendeln. Messen ist kein Selbstzweck. Es ist eine Abkürzung zu mehr Wirkung, weil du schneller erkennst, was dich voranbringt. Die wichtigste Denkweise vorab: Nicht alles ist gleich wichtig. Viele starten mit der falschen Frage: „Wie viele Besucher hatte ich?“ Sinnvoller ist: „Wie viele Kontakte kamen rein – und woher?“ Denn mehr Besucher sind schön, aber nichts wert, wenn niemand anruft oder schreibt. Darum gilt für KMU fast immer: Qualität vor Quantität. Eine Website mit 800 Besuchen und 25 Anfragen ist oft besser als eine mit 5’000 Besuchen und 10 Anfragen. Das Ziel ist nicht „Traffic“, sondern passende Kontakte.
Die 12 wichtigsten KPIs für KMU (einfach erklärt)
Damit du nicht im Zahlenmeer untergehst, brauchst du eine kleine Auswahl an Kennzahlen. Diese zwölf reichen für die meisten regionalen KMU vollständig aus.
- Website-Besuche: Das ist die Anzahl Menschen, die deine Website in einem Monat besuchen. Wichtig ist nicht ein einzelner Spitzenwert, sondern die Entwicklung über mehrere Monate. Ein stabiler, leicht steigender Verlauf ist wertvoller als ein kurzer Hype.
- Quellen der Besuche: Hier geht es darum, woher diese Besuche kommen. Typische Quellen sind Google-Suche, Anzeigen, Social Media, Direktaufrufe, Empfehlungen und Newsletter. Für KMU ist ein gutes Ziel, dass zwei bis drei Quellen zuverlässig liefern, statt dass alles von einer einzigen Massnahme abhängt.
- Top-Seiten vor der Kontaktaufnahme: Welche Seiten besuchen Menschen, bevor sie anrufen oder ein Formular ausfüllen? In der Praxis sind das oft Startseite, Leistungsseiten, FAQ und Kontakt. Diese Seiten sind dein „Verkaufsgespräch“ im Netz. Wenn du optimierst, dann zuerst hier.
- Klicks auf Telefon und E-Mail: Wie oft tippen Personen auf dem Handy auf deine Telefonnummer oder klicken auf deine E-Mail? Gerade bei lokalen Betrieben ist der Anruf oft der direkteste Weg zum Auftrag. Wenn du das nicht misst, fehlt dir eine der wichtigsten Wahrheiten über deine Website.
- Formular-Abschlüsse: Wie viele Kontaktformulare werden erfolgreich versendet? Kurze Formulare bringen in der Regel mehr Rückmeldungen. Wenn dein Formular aus zehn Feldern besteht, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass du Anfragen verlierst, ohne es zu merken.
- Conversion: Das ist die gewünschte Aktion nach dem Besuch, zum Beispiel Anruf, Formular, Terminbuchung oder Download einer Angebots-Checkliste. Stell dir vor, jemand betritt dein Geschäft und legt Ware auf den Tresen – das ist die Conversion im digitalen Raum.
- Conversionrate: Wie oft passiert diese Aktion im Verhältnis zu allen Besuchen? Beispiel: 1’000 Besuche, 25 Formulare = 2,5 Prozent Conversionrate. Der spannende Punkt: Schon kleine Verbesserungen zahlen sich stark aus. Wenn du aus 2,5 Prozent 3,5 Prozent machst, steigt die Anzahl Kontakte spürbar, ohne dass du mehr Reichweite einkaufen musst.
- Sichtbarkeit in der Google-Suche: Wieviele Einblendungen und Klicks erhält deine Website in der Google-Suche? Das zeigt, ob Inhalte und Technik greifen – auch dann, wenn eine Anfrage erst später kommt. Oft ist das der beste Frühindikator, ob SEO auf dem richtigen Weg ist.
- Rankings für 5–10 Kernbegriffe: Du musst nicht hundert Suchbegriffe verfolgen. Es reicht, die wichtigsten fünf bis zehn Begriffe zu beobachten, die zu deinen Leistungen passen. Ziel ist nicht, jeden Tag auf Platz 1 zu sein, sondern eine langsam steigende Tendenz über Wochen.
- Kosten pro Anfrage (bei Anzeigen): Wenn du Google Ads oder Social Ads nutzt, ist diese Kennzahl entscheidend: Wie viel zahlst du im Schnitt für einen Kontakt? Das hilft dir, Budget sauber zu steuern. Ein günstiger Klick ist wertlos, wenn er keine Anfrage bringt. Eine teurere Anfrage kann dagegen sehr gut sein, wenn daraus hochwertige Aufträge entstehen.
- Terminquote: Wie viele Anfragen werden zu echten Terminen oder Angeboten? Diese Zahl bringt dich weg vom „Likes zählen“ hin zu „Qualität verstehen“. Wenn die Terminquote schlecht ist, liegt es oft an unklarer Erwartung auf der Website oder an zu breiter Ansprache.
- Umsatzbezug: Wo möglich, verknüpfe abgeschlossene Aufträge mit dem Ursprungskanal. Nicht perfekt, aber besser als gar nicht. So siehst du, ob ein Kanal nicht nur Klicks bringt, sondern wirklich Umsatz.
Fachbegriffe ohne Knoten in der Zunge
KPI ist eine wichtige Kennzahl, die dir zeigt, ob du dein Ziel erreichst. Beispiel: Anzahl Anrufe pro Monat. Tracking bedeutet, dass du Messpunkte einrichtest – etwa Telefonklicks zählst oder Formularabschlüsse als Erfolg markierst. UTM-Parameter sind kleine Textanhänge am Link, die in deiner Web-Analyse sichtbar machen, woher ein Besuch kam, zum Beispiel aus einem LinkedIn-Beitrag. Attribution ist die Zuordnung eines Erfolgs zu einem Kanal, vereinfacht: Durch welche Tür ist die Person reingekommen? Ein Dashboard ist eine Übersichtsseite mit den wichtigsten Zahlen, damit du nicht suchen musst.
Das Minimal-Setup: in 8 Schritten zu einem sauberen Überblick
Damit das Ganze nicht theoretisch bleibt, kommt hier ein Setup, das für die meisten KMU reicht und sich ohne riesigen Aufwand pflegen lässt.
Schritt 1: Ziele festlegen
Was zählt bei dir als Erfolg? Für viele KMU sind das drei Dinge: Anruf, Formular, Terminbuchung. Diese Aktionen sind deine Conversions.
Schritt 2: UTM-Parameter konsequent nutzen
Sobald du irgendwo einen Link teilst – in Anzeigen, LinkedIn, Instagram oder Newsletter – markiere ihn. Das klingt nach Detail, ist aber Gold wert, weil du später wirklich siehst, was Wirkung hatte.
Schritt 3: Telefonklicks messbar machen
Mach die Nummer auf dem Handy klickbar und zähle diese Klicks als Ziel. Das ist für lokale Anbieter oft die wichtigste Kennzahl überhaupt.
Schritt 4: Formular sauber messen
Nach erfolgreichem Versand wird ein Ereignis ausgelöst, das als Conversion zählt. So weisst du, ob wirklich Anfragen reinkommen – nicht nur Seitenaufrufe.
Schritt 5: Google Search Console aktivieren
Das ist ein kostenloses Werkzeug von Google. Es zeigt dir, wofür du sichtbar bist, wie oft geklickt wird und ob es technische Probleme gibt. Gerade für SEO ist das eine der wertvollsten Quellen.
Schritt 6: Cookie- und Datenschutz sauber lösen
Rechtlich korrekt, aber nutzerfreundlich. Ein klarer Hinweis reicht. Vermeide Lösungen, die die Seite schwer bedienen lassen. Das bringt weder dir noch deinen Besucherinnen etwas.
Schritt 7: Monatsreport als Einseiter
Ein Blatt, ein Ziel: Entscheidungen treffen. Du notierst die wichtigsten KPIs, dazu drei Erkenntnisse und drei nächste Schritte. Keine Romane, sondern Klarheit.
Schritt 8: Verantwortlichkeit klären
Auch wenn du alles selbst machst: Blocke dir jeden Monat 60 Minuten im Kalender. Zum Beispiel jeden ersten Montag. Ohne Termin wird Messen zur „mache ich später“-Aufgabe und verschwindet.
So liest du deine Zahlen ohne Kopfschmerzen
Viele Zahlen wirken erst dann hilfreich, wenn du sie in einfache Situationen übersetzt.
Fall 1: Viele Besuche, wenige Anfragen
Dann stimmt meist etwas im Weg zur Handlung nicht. Häufige Ursachen sind unklare Inhalte, versteckter Kontakt oder zu lange Ladezeiten. Der erste Schritt ist fast immer: Startaussage schärfen, Kontaktwege sichtbarer machen und die wichtigsten Seiten am Handy prüfen.
Fall 2: Wenig Besuche, aber gute Conversionrate
Das ist eigentlich eine sehr gute Ausgangslage. Wenn von wenigen Besuchern bereits einige anfragen, dann ist dein Angebot und deine Website grundsätzlich stimmig. Hier lohnt es sich, Reichweite aufzubauen – zum Beispiel über zwei zusätzliche Leistungsseiten, einen lokalen Blogbeitrag oder gezielte Suchanfragen.
Fall 3: Anzeigen bringen Klicks, aber Anfragen sind teuer
Dann ist meist die Zielgruppe zu breit oder die Zielseite zu unklar. Oft helfen drei Dinge: Suchbegriffe enger wählen, unpassende Begriffe wie gratis, jobs oder vorlage ausschliessen und die Zielseite so vereinfachen, dass der nächste Schritt glasklar wird.
Ein Dashboard, das wirklich reicht
Du brauchst kein teures Tool. Ein Google Sheet genügt völlig, wenn es sauber aufgebaut ist. Oben steht eine Monatsübersicht: Besuche, Telefonklicks, Formulare, Termine, Conversionrate und falls vorhanden Kosten pro Anfrage. Darunter eine Kanalliste: Google-Suche, Anzeigen, LinkedIn, Instagram, Direkt, Empfehlungen. Danach die Top-Seiten: die zehn Seiten mit den meisten Besuchen und den dazugehörigen Aktionen. Und ganz unten der wichtigste Teil: Notizen und Entscheidungen. Drei Erkenntnisse, drei To-Do’s, Verantwortlich und Termin. Wenn du nur eine Reihenfolge im Kopf behalten willst, dann diese: zuerst Anfragen und Termine, dann Telefon- und E-Mail-Klicks, dann Besuche auf Kontakt- und Leistungsseiten, und erst danach Gesamtbesuche und Sichtbarkeit. Das schützt dich davor, dich von grossen Zahlen blenden zu lassen, die am Ende nichts bringen.
So greifen SEO, Website und Ads ineinander
SEO sorgt dafür, dass du dauerhaft in der Suche sichtbar bist. Ads sind der Turbo, wenn du schnell testen oder kurzfristig Nachfrage abholen willst. Die Website ist das Drehkreuz: Sie entscheidet, ob ein Besuch zur Anfrage wird. Wenn eines dieser drei Elemente schwach ist, leidet das ganze System. Ein praktischer Ansatz: Setze pro Quartal ein gemeinsames Hauptziel, zum Beispiel mehr Anrufe. Dann richtest du SEO-Inhalte, Ads-Anzeigen und Website-Elemente konsequent darauf aus.
Telefon als Top-KPI im Lokalen
Für Handwerk, Gesundheit, Beratung und viele Dienstleistungen ist der Anruf der schnellste Abschlussweg. Darum lohnt es sich, ihn ernst zu nehmen. Nummer klickbar machen, Nummer prominent platzieren (oben, im Text, unten), am Handy testen, ob es wirklich mit einem Tipp funktioniert. Wenn du Anzeigen nutzt, helfen Anruferweiterungen, damit Menschen direkt aus der Suche heraus anrufen können.
Die häufigsten Messfehler und wie du sie vermeidest
Der grösste Fehler ist nicht, dass man zu wenig misst, sondern dass man nichts daraus macht. Lieber wenige Kennzahlen, dafür klare To-dos. Ebenfalls häufig: Nur auf Gesamtbesuche schauen und Kontakte ignorieren. Oder Links ohne UTM teilen und danach nicht wissen, was gewirkt hat. Oder Formulare nicht sauber messen und sich wundern, warum „gefühlt“ nichts passiert. Und ganz klassisch: Ziele jede Woche ändern, sodass du Äpfel mit Birnen vergleichst. Wenn du etwas weiter gehen willst, ohne dich zu überfordern, helfen diese drei Dinge: kleine A/B-Tests (zwei Varianten von Überschrift oder Button ausprobieren), Scrolltiefe und Verweildauer als Hinweis auf Verständlichkeit, sowie Mikro-Conversions wie Klicks auf Wegbeschreibung, Öffnen der Preis-Seite oder Download einer Checkliste. Sie zeigen Interesse, auch wenn noch keine Anfrage kam.
Wie oft du was prüfen solltest
Wöchentlich reicht ein kurzer Blick auf Ausreisser: starke Einbrüche, sehr teure Klicks, auffällige Absprünge. Monatlich machst du deinen Einseiter-Report und setzt zwei bis drei Optimierungen um. Vierteljährlich nimmst du grössere Themen: Struktur der Leistungsseiten, lokale Sichtbarkeit, technische Performance, ein kleines Fallbeispiel als Vertrauensanker.
Fazit
Messen ist kein Hexenwerk. Mit wenigen klaren Kennzahlen, einem sauberen Setup und einem schlanken Monatsreport bekommst du Sicht auf das, was wirklich zählt: passende Anfragen. Starte mit Zielen, UTM-Parametern und der Messung von Telefon und Formular. Optimiere zuerst die Seiten, die Anfragen vorbereiten. Und entscheide jeden Monat anhand von drei Erkenntnissen und drei To-dos. So wird Marketing Schritt für Schritt planbar, verständlich und profitabel.
Die aktuellsten Blogbeiträge

Attraktive Websites – ein Plädoyer

Deine Website als Instrument zur Interaktion mit Kunden

Marketing-Erfolg messen für KMU: einfache KPIs, klares Reporting, bessere Entscheidungen

Die 8 häufigsten Webdesign-Fehler bei KMU – und wie du sie vermeidest

Website-Relaunch ohne Risiko: Die ultimative Checkliste für KMU

Google Ads für KMU: So holst du mit kleinem Budget das Maximum heraus
Bereit für einen besseren Webauftritt?
Fragen zu Webdesign oder SEO? Ruf uns ungeniert an oder schreib uns eine Nachricht.

